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Das Elektroauto kommt!

Noch vor wenigen Jahren konnte ich einige der Hauptargumente gegen den Kauf eines Elektroautos nachvollziehen: zu geringe Reichweite, zu wenige Ladesäulen, zu hoher Kaufpreis. Doch wer sich heute intensiv mit Elektroautos beschäftigt, wird die Dynamik der letzten Jahre erkennen und vermutlich ganz anders darüber denken.


 Schnellladesäule an einem Café


Entwicklung auf dem Fahrzeugmarkt

Es gibt inzwischen verschiedene Modelle im mittleren Preissegment mit realistischen Reichweiten von 250 bis 300 Kilometern. Für die Jahre 2018 – 2020 sind zahlreiche weitere Modelle angekündigt, welche noch größere Reichweiten aufweisen. Bis zum Jahr 2020 wollen alle großen deutschen Hersteller Fahrzeuge mit mindestens 500 Kilometern Reichweite auf dem Markt haben. Zudem haben einige Hersteller angekündigt, entweder alle Serien auch als reines Elektrofahrzeug oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug anzubieten, oder sogar ausschließlich nur noch Elektroautos zu bauen. Der VW Golf wird zudem nur noch einen Nachfolger bekommen, bevor anstelle des Golfs ein E-Auto gebaut wird. Für Unternehmer kommen momentan

weitere E-Transporter und sogar große E-LKW auf den Markt. Rein elektrische Linienbusse kommen auch in immer mehr Städten zum Einsatz, wie z.B. in Venlo oder Köln.

E-Autos gelten zwar in der Anschaffung als relativ teuer, jedoch sind die Betriebskosten aufgrund von niedrigeren Treibstoff- und Verschleißkosten sowie der steuerlichen Befreiung so niedrig, dass bei mittlerer Fahrleistung E-Autos oft schon heute günstiger als Verbrenner sind. Durch aktuelle Fortschritte in der Akkuproduktion und durch kommende höhere Stückzahlen dürften E-Autos in den nächsten Jahren deutlich preiswerter werden. 



 E-Carsharing


Entwicklung der Ladeinfrastruktur

Das BMVI fördert seit Anfang 2017 den Bau von 5.000 Schnellladesäulen mit 200 Millionen Euro und den Bau von 10.000 Normalladesäulen mit 100 Millionen Euro. Davon wurden bereits 6.000 Anträge bewilligt. Aktuell ist ein erneutes Förderprogramm mit weiteren 100 Millionen Euro für Ladesäulen vorgesehen. Erkennbar ist tatsächlich momentan, dass zahlreiche Schnellladesäulen entlang von Autobahnen errichtet werden. Ein Konsortium hat beispielsweise im letzten Jahr an allen 400 Anlagen des Betreibers  „Tank & Rast“ Schnellladesäulen errichtet. Auch weitere Konsortien, an denen unter anderem deutsche Autohersteller beteiligt sind, errichten zahlreiche Schnellladesäulen an Autobahnen. Viele Filialen von großen Ketten werden auch mit Schnellladesäulen ausgestattet, so z.B. Aldi, Lidl, Kaufland, A.T.U. und weitere. 

Seit Oktober 2017 fördert das Land NRW nicht nur Ladepunkte für Kommunen, Handwerker und Unternehmer, sondern auch für Privatpersonen. Bislang wurden Ladesäulen meist in Stadtzentren oder bei engagierten Unternehmen errichtet. Ein Ladesäulenportal registriert bislang 74.000 Ladepunkte in Deutschland.


Umweltaspekte

E-Autos sind insbesondere bei Stadttempo sehr leise. Somit könnte durch einen größeren E-Auto-Bestand der Lärmpegel an einigen belasteten Straßen deutlich gesenkt werden.

Im heutigen deutschen Energiemix (33 Prozent Ökostrom) sind E-Autos etwas klimafreundlicher als Verbrenner. Jedoch werden fast alle öffentlichen Ladesäulen bilanziell mit Ökostrom versorgt und zahlreiche E-Auto-Fahrer erzeugen ihren Solarstrom auf dem eigenen Dach oder beziehen zumindest einen Ökostromtarif. Einige Fabriken der Fahrzeuge und Batterien werden ebenfalls mit eigenem Solarstrom versorgt. Strom lässt sich grün erzeugen, aber Benzin und Diesel nicht. Daher sind E-Autos eine große Chance für den Klimaschutz. Selbst wenn alle 43 Millionen PKW in Deutschland elektrisch führen, könnte dies klimafreundlich geschehen. Knapp die Hälfte des dafür benötigten Stroms könnte schon heute durch bestehende Stromüberschüsse oder effiziente Reserve-Gaskraftwerke gesichert werden.

Die Batterieproduktion von Elektroautos ist energieaufwendig. Jedoch wird nur selten erwähnt, dass auch die Produktion von Verbrennungsmotoren und anderen dafür nötigen Bauteilen sehr energieintensiv sind. Zudem wird in Ölraffinerien sehr viel Energie benötigt, um Benzin oder Diesel herzustellen. E-Autos haben deutlich weniger Verschleiß, als Verbrenner.


Interesse geweckt?

Mein Tipp: Carsharing-Betreiber oder Autohaus mit Affinität zu Elektroautos suchen und eine längere Probefahrt oder Schnuppermiete vereinbaren. Man merkt schnell: die gute Beschleunigung und das fast lautlose Fahren lassen einen so schnell nicht wieder los. Aber bevor es losgeht sollte man noch schnell nachschauen, ob die passenden Ladekarten oder Apps vorhanden sind! Denn noch sind nicht alle Ladesäulen auch für spontane Nutzer ohne Zugangsmedium ausgelegt. Meine Erfahrung ist aber, dass zwei Ladekarten und eine App ausreichen, um an den allermeisten Ladesäulen laden zu können. Vor dem Kauf eines Elektroautos sollte man sich die Frage stellen, ob man am Wohnort oder zumindest am Arbeitsort eine Lademöglichkeit schaffen kann. Denn man lädt am häufigsten dort, wo man häufig und lange parkt. Ist das nicht möglich, sollte man sich an lokale Energieversorger, weitere Ladesäulenbetreiber oder die Stadt wenden.


Viersen, Januar 2018